Internationaler Hochhaus Preis 2026/27: Projekte aus vier Kontinenten im Rennen um das weltbeste Hochhaus
Die Finalisten des diesjährigen Internationalen Hochhaus Preises (IHP) stehen fest: Fünf Gebäude aus Asien, Europa, Australien und Südamerika hat die Jury aus insgesamt 30 nominierten Hochhäusern aus 12 Ländern ausgewählt.
Die Jury orientierte sich in ihrer Entscheidung daran, Projekte auszuzeichnen, die über viele Jahre hinweg von Relevanz sind, trotz der Tatsache, dass die Planungen schon etliche Jahre zuvor begonnen hatten.
Der IHP gilt als der weltweit wichtigste Architekturpreis für Hochhäuser. Am 3. November 2026 wird das Gewinnerprojekt in der Frankfurter Paulskirche von Birgit Dietl-Benzin, Vorstandsmitglied der DekaBank, bekannt gegeben. Anschließend wird es von Oberbürgermeister Mike Josef mit einer Statuette des international bekannten Künstlers Thomas Demand und einem Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro ausgezeichnet. Die Veranstaltung wird per Live-Stream übertragen. Der Preis wird von der Stadt Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der DekaBank verliehen.
Die Finalisten des IHP 2026/27 im Überblick:
ZIN, Brüssel, Belgien
Architektur: 51N4E, Brüssel, Belgien; l’AUC, Paris, Frankreich;
Jaspers-Eyers Architects, Brüssel, Belgien
AGE 360, Curitiba, Brasilien
Architektur: Architects Office, São Paulo, Brasilien & Triptyque, São Paulo, Brasilien/Paris, Frankreich
Tencent Tower, Guangzhou, China
Architektur: Ateliers Jean Nouvel, Paris, Frankreich
88 Walker, Sydney, Australien
Architektur: Fitzpatrick + Partners, Sydney, Australien
One Pearl Bank, Singapur
Architektur: Serie Architects, London, Großbritannien & Multiply Architects, Singapur
Der Internationale Hochhaus Preis richtet sich an Architektinnen und Architekten sowie Bauverantwortliche, deren Gebäude mindestens 100 Meter hoch sind und in den vergangenen zwei Jahren fertiggestellt wurden. Die Jury beurteilt die nominierten Projekte nach den Kriterien: zukunftsweisende Gestaltung, Funktionalität, innovative Bautechnik, städtebauliche Einbindung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Die Jury des Internationalen Hochhaus Preises 2026/27
Die internationale Jury setzt sich zusammen aus Expertinnen und Experten der Architektur- und Ingenieurpraxis, der Lehre sowie den Partnern des Preises (DekaBank, Stadt Frankfurt am Main und Deutsches Architekturmuseum):
Brian Yang, Partner BIG – Bjarke Ingels Group, Kopenhagen/Dänemark – Juryvorsitzender
Klaas De Rycke, Partner, Managing Director, Executive Board BOLLINGER+GROHMANN, Paris/Frankreich
Elisabeth Endres, TU Braunschweig, Geschäftsleitung Ingenieurbüro Hausladen, München/Deutschland
Shirley Surya, Kuratorin Design und Architektur, M+, Hong Kong
Martha Thorne, Architektin, Kuratorin, Autorin, Madrid/Spanien
Florian Beck, Associate Partner, Standortleiter München blocher partners, München/Deutschland
Dr. Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
Peter Cachola Schmal, Direktor Deutsches Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main
Johannes Hermanns, Geschäftsführer Deka Immobilien Investment GmbH
Die Jury war beeindruckt von AGE 360 in Brasilien als architektonischem Blickfang. Der Bau steht inmitten einer üppigen Vegetation und holt die Natur in das Gebäude. Das Ergebnis ist ein Hochhaus mit integriertem Sonnenschutz, dank der breiten Fassaden, das wie ein vertikales Dorf funktioniert. Es handelt sich um eine aufregend und ansprechend ausgeführte architektonische Skulptur. Wie Martha Thorne bemerkte: „So passend für Curitiba. Und die Tatsache, dass die Architekturelemente gleich mehrere Aufgaben auf einmal erfüllen, ist einfach großartig.“
Der mehr als 200 Meter hohe Tencent Tower in Guangzhou, China sei, so die Jury, ein hervorragendes Beispiel dafür, „wie man eine vertikale Stapelung auflöst“. Shirley Surya zufolge verwandelt sich der Bau „in ein komplexes Treppenhausgebäude, als wären es verschiedene Häuser, die sich auf die vier Stapel verteilen“. Der Bau, der mehr als 100 000 Quadratmeter Fläche aufweist und nicht nur Büros, sondern auch Museen, Kinos und Restaurants in einer Einkaufsstraße aufnimmt, „lotet die Grenzen dessen aus“, was ein Hochhaus sein kann, wie Surya es ausdrückt.
88 Walker besteht aus zwei schlanken Formen und steht auf sehr eingeschränkter Grundfläche, die auch das historische Firehouse Hotel Pub in Sydney miteinschließt. Auf Straßenniveau verfügt der Bau über eine sehr zurückhaltende Präsenz. Das Auge des Betrachtenden wird durch das Tragwerkskonzept und dessen Lösung geleitet: die Auskragung über dem alten Gebäude, die die Last des neuen Baus trägt. Wie Jurymitglied Florian Beck erklärte: „Die Architektur versteckt das Projekt nicht. Der Entwurf zeigt dessen Tragwerk und offenbart, wie es den Planenden gelang, die Komplexität in ihrem Entwurf zu bewältigen.“
Die einstimmige Ansicht der Jury lautete, dass One Pearl Bank in Singapur zwar von der historischen Form seines Vorgängerbaus inspiriert ist, diese jedoch nicht nachahmt. Stattdessen setzt sich das Projekt mit der Frage auseinander, wie sich das gemeinschaftliche Leben verbessern lässt. So fördert der Bau eine nachbarschaftliche Umgebung und ist sehr zeitgenössisch. Der Entwurf zeigt eine eingehende Auseinandersetzung mit Konzepten von sozialem und öffentlichem Raum in einer sehr dicht bebauten Stadt.
Internationaler Hochhaus Preis (IHP)
Der Internationale Hochhaus Preis wird seit 2004 alle zwei Jahre gemeinsam von der Stadt Frankfurt am Main, dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und der DekaBank ausgelobt und organisiert. Im Jahr 2026 wird der IHP bereits zum zwölften Mal verliehen.
Die bisherigen Gewinner des IHP
CapitaSpring, Singapur (2024)
Architektur: BIG-Bjarke Ingels Group &
CRA-Carlo Ratti Associati
Quay Quarter Tower, Sydney, Australien (2022)
Architektur: 3XN
Norra Tornen, Stockholm, Schweden (2020)
Architektur: Office for Metropolitan Architecture (OMA)
Torre Reforma, Mexiko-Stadt, Mexiko (2018)
Architektur: LBR&A Arquitectos
VIA 57 West, New York, USA (2016)
Architektur: BIG – Bjarke Ingels Group
Bosco Verticale, Mailand, Italien (2014)
Architektur: Boeri Studio
1 Bligh Street, Sydney, Australien (2012)
Architektur: ingenhoven architects / Architectus
The Met, Bangkok, Thailand (2010)
Architektur: WOHA
Hearst Headquarters, New York, USA (2008)
Architektur: Foster + Partners
Torre Agbar, Barcelona, Spanien (2006)
Architektur: Ateliers Jean Nouvel
De Hoftoren, Den Haag, Niederlande (2004)
Architektur: Kohn Pedersen Fox Associates
Medienpartner Internationaler Hochhaus Preis 2026/27: Stylepark
Weitere Informationen unter: www.international-highrise-award.com












