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Architekturpreise

Wohnen für alle

Das Neue Frankfurt 2019

Unter dem Titel „Wohnen für Alle: Neues Frankfurt 2019“ haben das Planungsdezernat der Stadt Frankfurt am Main, das Deutsche Architekturmuseum (DAM) und die ABG FRANKFURT HOLDING im Jahr 2017 erstmals einen Architekturpreis für bezahlbares Wohnen ausgelobt. Weitere Partner des Wettbewerbs sind der Deutsche Städtetag, die Bundesstiftung Baukultur und die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen.

Erste Phase
In der ersten Phase des Wettbewerbs haben sich 107 Architekturbüros aus ganz Europa mit insgesamt 131 Projekten für qualitätsvollen und bezahlbaren Wohnungsbau beteiligt. Voraussetzung war, dass diese Arbeiten in den vergangenen vier Jahren realisiert wurden.

Zweite Phase
Aus diesen Wettbewerbsbeiträgen hat die Jury zehn Finalisten prämiert. Diese wurden mit einem Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet und qualifizierten sich automatisch für das folgende Konzeptverfahren für das neue Frankfurter Baugebiet Hilgenfeld. Sieben Architektenteams aus Deutschland und dem benachbarten Ausland entwickelten für jeweils mindestens eines der vier dafür reservierten Baufelder ein umzusetzendes Konzept für bezahlbaren Wohnungsbau.
40 Prozent der Wohnungen im Frankfurter Hilgenfeld werden im geförderten Wohnungsbau errichtet. Ergänzend sind 15 Prozent des Gesamtareals für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekte reserviert. Diese Flächen werden nach dem besten Konzept, und nicht nach dem höchsten Preis vergeben. Auch alle freifinanzierten Wohnungen sollen zu bezahlbaren Mieten angeboten werden. Damit soll das Hilgenfeld zu einem Modellquartier für bezahlbaren und guten Wohnungsbau werden. Es soll zeigen, dass es auch heute noch möglich ist, langfristig auf mehreren Ebenen und durch verschiedene Ansätze bezahlbaren Wohnraum für alle Frankfurterinnen und Frankfurter zu schaffen.

Dritte Phase
Aus diesen Wettbewerbsbeiträgen hat die Jury jetzt vier Preisträger gekürt und einen Anerkennungspreis vergeben: Das Baufeld 3 wird mit dem Entwurf von Duplex Architekten AG aus Zürich (Schweiz)/Studio Duplex, Düsseldorf, Hamburg bebaut. Für das Baufeld 4 hat die Jury der Entwurf des Büros schneider + schumacher ZT GmbH Architekten aus Wien/Frankfurt am Main überzeugt. Bei den Baufeldern 1 und 2 konnte sich die Jury für keinen der eingereichten Wettbewerbsbeiträge entscheiden. Die ausgezeichneten Entwürfe von NL Architects aus Amsterdam (Niederlande)/Studyo Architects (Köln) und des Büros Lacaton & Vassal aus Paris (Frankreich) sollen überarbeitet werden, um jeweils auf einem anderen Baufeld im Hilgenfeld realisiert zu werden.
Eine Anerkennung hat die Jury an das Büro Praeger Richter Architekten aus Berlin ausgesprochen.

Die Entwürfe der Preisträger sollen in der nächsten Bearbeitungsphase weiter optimiert werden. Dabei soll auch geprüft werden, welche Standards aus anderen Ländern auf das Frankfurter Baugebiet übertragen und welche deutschen Standards in Frage gestellt werden können. Die Stadt Frankfurt, die ABG und das DAM gehen davon aus, dass aus dieser Phase weitere Erkenntnisse zu kostengünstigem und gutem Bauen folgen werden. Das rund 14 Hektar große Baugebiet Hilgenfeld am Frankfurter Berg wird von der Stadt Frankfurt und der ABG als Wohngebiet mit rund 850 Mietwohnungen entwickelt. Neben Mietwohnungen sollen 15% der Flächen durch gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnprojekten bebaut werden. Damit soll langfristig bezahlbarer Wohnraum für alle Frankfurterinnen und Frankfurter geschaffen werden.

Das Deutsche Architekturmuseum stellt die Arbeiten des Wettbewerbs in einem Katalog und einer Ausstellung vor, die bis zum 23. Juni zu sehen ist. Die Ausstellung und der Wettbewerb sind Teil des Projekts „Neues Frankfurt“, Frankfurts Beitrag zum nationalen Bauhausjahr 2019. Damit sollen unkonventionelle Antworten und die Architekturvielfalt bei der Schaffung von Wohnraum gefördert werden.

Preisträger „Wohnen für alle – Das Neue Frankfurt 2019“ – vier erste Preise gingen an:

Duplex Architekten AG aus Zürich (Schweiz)/Studio Duplex, Düsseldorf, Hamburg (1. Preis)
Unter dem Motto „Gestapelte Lauben“ schlagen die Architekten für einen länglichen Riegel am Eingang des Hilgenfeldes außergewöhnlich tiefe Terrassen sowohl als Laubengangerschließung als auch private Balkonfläche vor, die zudem reich begrünt werden sollen, um Privatsphäre und einen vegetativen Sonnenschutz zu garantieren. Modulare Grundrisse ermöglichen eine Vielzahl von sehr kleinen bis hin zu normalen Mischungen für den angestrebten Mix aus geförderten und freifinanzierten Wohnungen. Positiv bewertet werden große innovative „Cluster“-wohnungen, die die Verfasser bereits erfolgreich in Zürich umsetzen konnten und die sowohl Mehrgenerationenwohnen als auch neuartige Wohngemeinschaften ermöglichen. Einzelne später zu definierende Flächen pro Geschoss dienen Gemeinschaftsaufgaben.

Lacaton et Vassal architectes, Paris (1. Preis)
Für einen rechteckigen, länglichen Riegel schlagen die Architekten ihre bereits erfolgreich in Bordeaux und Paris angewandte Methode „Plus“ der Umhüllung eines kompakten und massiven Volumens mittels besonders tiefer Wintergärten aus Polycarbonat vor. Ein Mehr an Fläche wird durch die Armut der verwendeten Materialien und Standards kompensiert, der Grundriss ist tiefer als gewöhnlich. Ein großer Dachüberhang sorgt im Sommer für den passiven Sonnenschutz, die Wintergärten mit Isoliervorhängen für den winterlichen Wärmeeinbehalt. Die stützenfreien Grundrisse lassen dabei jede Aufteilung zu. Auf Keller sowie Aufzüge wird verzichtet, die Erschließung ist minimiert.

NL Architects, Amsterdam & Studyo Architects, Köln (1. Preis)
Für einen länglichen Riegel schlagen die Architekten ein sehr markantes Terrassenhaus vor, das sie in anderer Form bereits in Amsterdam gebaut haben. Dabei werden die Laubengänge jeweils vom nächsten Geschoss versetzt überdacht und so klimatisch geschützt, während die Terrassen sich großzügig öffnen und jedem Bewohner das Gefühl einer eigenen freien Terrasse wie im Einfamilienhaus bieten. Als Konstruktionsmaterial wird eine innovative sichtbare Holz-Betonverbundkonstruktion vorgeschlagen, um die Dämmproblematik der Auskragungen zu bewältigen. Die Wohnungen sind durchgesteckt und unterschiedlich breit, um den erwünschten vielfältigen Wohnungsmix zu ermöglichen.

schneider+schumacher Achitekten ZT GmbH, Wien (1. Preis)
Die Architekten schlagen für ein tieferes Baufeld am Eingang des Gebietes ein Doppelhaus unter dem Namen „Max und Moritz“ nach Wiener Vorbild vor, das einen außergewöhnlich breiten Grundriss mit einer sehr minimierten Erschließung vorsieht, die sich sehr positiv auf die zu erwartenden Miet- und Nebenkosten auswirken sollte. Ein einzelner Aufzug an einer Brücke zwischen zwei fast dreieckigen Bauten sowie Flure mit jeweils durch Oberlicht erhellte Treppenhäuser sorgen für die effiziente Erschließung. Ähnliche Gebäudeerschließungen und Wohnungsgrundrisse werden in Wien häufig gebaut. Die Wohnungen sind eher größer ausgelegt, der gewünschte Mix kann aber garantiert werden. Außergewöhnlich durch die Größe und Zuschnitt ist der hohe Anteil der Mietflächen. Positiv hervorzuheben ist auch der zusätzliche Platz am Quartierseingang und die Ladenlokale im Erdgeschoss.

Anerkennung

Praeger Richter Architekten, Berlin (Anerkennung)
Unter dem Titel „Frankfurter Mietbauhäuser“ schlagen die Architekten stützenfreie Grundrisse als Abwandlung ihrer bekannten Berliner „Ausbauhäuser“ vor, die zukunftsfähig reversibel und egal für welche Förderart dienlich sind. Positiv bewertet wird auch das Ziel der Teilhabe der Mieter an ihrem direkten Umfeld wie Dachgarten und dem freien Erdgeschoss. Eine robuste Konstruktion aus Spannbetondecken soll für günstige Kosten und eine langfristige Dauerhaftigkeit sorgen.

Jury

1. Stadt Frankfurt am Main: Mike Josef (Planungsdezernent)
2. DAM: Peter Cachola Schmal (Direktor)
3. Stadt Frankfurt am Main: Martin Hunscher (Leiter Stadtplanungsamt)
4. Stadt Frankfurt am Main: Simone Zapke (Leiterin Bauaufsicht)
5. ABG: Frank Junker (Vorsitzender der Geschäftsführung)
6. Bundesstiftung Baukultur: Reiner Nagel (Vorstandsvorsitzender)
7. Deutscher Städtetag: Hilmar von Lojewski (Dezernatsleiter)
8. Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen: Brigitte Holz (Präsidentin)
9. Elli Mosayebi, Prof. TU Darmstadt (Emi Architekten, Zürich)
10. Almut Grüntuch-Ernst (Grüntuch Ernst Architekten, Berlin)
11. Eike Becker (Eike Becker Architekten, Berlin)

Stellvertreter
1. Stadt Frankfurt am Main: Dr. Marcus Gwechenberger (Referent des Planungsdezernenten)
2. DAM: Andrea Jürges (Stellvertretende Direktorin)
3. Stadt Frankfurt am Main: Markus Radermacher (Stadtplanungsamt)
4. Stadt Frankfurt am Main: Frank Schuppel (Bauaufsicht)
5. ABG: Thomas Eckert (Leiter Projektentwicklung)
6. Bundesstiftung Baukultur: Anne Schmedding (Stellvertretende Vorstandsvorsitzende)
7. Deutscher Städtetag: Timo Munzinger (Referent)
8. Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen: Martin Kraushaar (Hauptgeschäftsführer)
9. Sabine Kölling (Kölling Architekten, Bad Vilbel)

Sachverständige
Vertreter des Stadtrats von CDU, SPD, Grüne
Koordinierender Architekt: Martin Teigeler (AS&P Architekten, Frankfurt am Main)

Teilnehmer der ersten Phase, die Finalisten sowie die vier Preisträger und eine Anerkennung
A-Z Architekten
Amann Burdenski Munkel Preßer GmbH & Co.KG
Ackermann+Raff GmbH & Co. KG
ACMS Architekten GmbH
AllesWirdGut Architektur ZT
Arch ID
ARCH+ MORE ZT GMBH
Architektenkontor Faller + Krück works GmbH
ARGE ifau | HEIDE & VON BECKERATH // Finalist
Arnold & Gladisch Architekten und DMSW Architekten
ARTEC Architekten
ASTOC ARCHITECTS AND PLANNERS GmbH
Atelier Abraha Archermann
Atelier COOPERATION mit agplus netzwerk für architektur und gestaltung klaus korbjuhn freier architekt
Atelier Kempe Thill // Finalist
BABAU BUREAU + CLAB ARCHITETTURA
Baumschlager Hutter Partners Holding ZT GmbH
bb22 architekten + stadtplaner
BeL Sozietät für Architektur Bernhardt und Leeser Architekten BDA und Stadtplaner Partnerschaft mbB
BITSCH + BIENSTEIN Architekten BDA PartGmbB
blauraum
bogevischs büro
Bräunlin + Kolb Architekten Ingenieure GbR
BSMF mbH mit Jürgen Döring
Burckhardt+Partner AG
carpaneto.schöningh Architekten
Christ.Christ. associated architects GmbH
Christian Gross Architektur
Christoph Mäckler Architekten GmbH
Christoph Hesse Architects
Deutsch Architekten
DeZwarteHond
die Zusammenarbeiter ARGE carpaneto architekten | fatkoehl architekten | BARarchitekten
Dietrich | Untertrifaller Architekten
Dorner | Matt Architekten
Duplex Architekten AG aus Zürich (Schweiz)/Studio Duplex, Düsseldorf, Hamburg // Preisträger, 1. Preis
einszueins architektur, Bayer und Zilker Baukünstler OG
Eyrich-Hertweck Architekten
feld 72 Architekten ZT
Feldschneiders + Kister Architekten BDA
Florian Nagler Architekten // Finalist
Franke Rössel Rieger Architekten
Froetscher Lichtenwagner
gaupenraub +/-
Gerber Architekten GmbH
Gronych + Dollega Architekten
H. Gies Architekt GmbH
JO. FRANZKE GENERALPLANER GmbH
JOOS KELLER
Joris Fach und Herbert Brechmann
Jüttemann Architekten
kadawittfeldarchitektur mit Schwarzenbacher Struber Architekten ZT GmbH
Kaden+Lager GmbH
Karl Dudler Architekten
Koschany + Zimmer Architekten KZA
KSP Jürgen Engel Architekten GmbH
KUCKERT ARCHITEKTEN BDA
Lacaton et Vassal architectes // Preisträger, 1. Preis
Landes & Partner
Limbrock • Tubbesing Architekten
LIN Architekten Urbanisten
MDH Arkitekter as
Menges Scheffler Architekten
MLA+ Architecture, Planning and Consultancy / Karakusevic Carson Architects
mlzd Architekten
MMZ GmbH Architekten BDA
Müller Sigrist Architekten AG
multiplan arhitekti
Nattler Architekten
NL Architects, Amsterdam & Studyo Architects, Köln // Preisträger, 1. Preis
Piotr Poldek Zybura Architects
PLANUNGSTEAM BOA – ARGE KÖB_POLLAK _SCHMOEGER
pool Architekten // Finalist
pool Architektur ZT GmbH
POOL LEBER ARCH Architekten und Stadtplaner BDA
PPAG architects ztgmbh
Praeger Richter Architekten GmbH // Anerkennung
raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH
RENNER HAINKE WIRTH ZIRN ARCHITEKTEN
RKW Architektur +
RLP Rüdiger Lainer+Partner
ROBERTNEUN™ ARCHITEKTEN GMBH // Finalist
roedig.schop architekten
sauerbruch hutton
Schenker Salvi Weber Architekten
SteinhilberPlus jetzt SESA Schilling Escher Steinhilber Architekten
schleicherheinemeyerbeck Architekten GmbH
schneider+schumacher Achitekten ZT GmbH, Wien // Preisträger, 1. Preis
Schneider Studer Primas Architekten
SEHW Architektur GmbH
Sergison Bates Architects
Spengler Wiescholek
Stefan Forster Architekten
Stefano Tropea B22 architecture landscape urbanism
SUPERBLOCK Ziviltechniker GmbH
SV60 Cordón & Liñán Arquitectos
Tabanlioglu Architects
Talli Architecture
TEK TO NIK Architekten
Therese Strohe Michael Ullrich Architekten
Trutz Von Stuckrad Penner
U3BA Camilo Hernandez + Harald Baumann Architekten PartGmbB
unique assemblage GbR
Vogels Architekten
von Gaudecker + studio leuschner
Waechter + Waechter Architekten BDA
WIENSTROER ARCHITEKTEN STADTPLANER