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          Christina Budde, Kuratorin
          Architekturvermittlung
          T +49 (0)69 212-31076
          E dam.vermittllung@stadt-frankfurt.de

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          LegoBaustelle \ Foto: DAM
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GRÜNDUNGSGESCHICHTE

Bereits vor hundert Jahren existierte die Idee zur Gründung eines Architekturmuseums in Deutschland: Die Bemühungen von Architektur- und Ingenieurvereinen vor dem Ersten Weltkrieg und des Frankfurter Stadtbaurates Ernst May Anfang der 1920er scheiterten zunächst. Erst als Ende der 1970er Jahre unter Kulturdezernent Hilmar Hoff mann (SPD) und Oberbürgermeister Walter Wallmann (CDU) die Planungen für das Frankfurter Museumsufer Gestalt annahmen, wurde die Idee eines Deutschen Architekturmuseums aufgegriff en. Als Berater fungierte der Kunst- und Architekturhistoriker Heinrich Klotz. Am 1. Juni 1984 wurde das DAM mit der Ausstellung „Die Revision der Moderne“ eröffnet. Die ersten Jahre waren geprägt von hitzigen Debatten um die Postmoderne, die von Gründungsdirektor Heinrich Klotz angeführt wurden. Das DAM entwickelte sich mit seinen Ausstellungen und Publikationen zu einer weltweit bekannten Institution. Der Architekt Vittorio Magnago Lampugnani, der 1990 als Nachfolger von Klotz ans DAM kam, initiierte die Ideen-Wettbewerbe „Berlin morgen. Ideen für das Herz einer Großstadt“ und „Die Umstrukturierung des Frankfurter Osthafens“.

Zu seinen großen Ausstellungen zählten jene über Heinrich Tessenow und Antonio Sant’ Elia sowie den Gartenarchitekten Peter Lenné, außerdem die Städteausstellungen über Hongkong und Barcelona. Viel Beachtung fand die Trilogie „Architektur des 20. Jahrhunderts in Deutschland“. Sein Nachfolger, der Architekt Wilfried Wang, der von 1995—2000 das Museum leitete, präsentierte in einer Serie von Ausstellungen die Architektur des 20. Jahrhunderts in einzelnen Ländern Europas. Die Ausstellungen über Mart Stam, Eileen Gray und Heinz Bienefeld würdigten bedeutende Vertreter der Moderne. Mit der Ausstellung „Filmarchitektur“ rückte Wang gattungsübergreifende Themen in den Mittelpunkt. Er etablierte eine Serie von Werkberichten europäischer Architekten. Der Professorin für Baugeschichte Ingeborg Flagge, Direktorin von 2000—2005, gelang es das Haus für ein breiteres Publikum zu öffnen. Erstmals wurden monografi sche Ausstellungen über noch lebende Architekten und Bauingenieure gezeigt. Zwei international renommierte Architekturpreise hat Flagge am DAM ins Leben gerufen: den „Architecture and Technology Award“ und den erstmals 2004 in der Frankfurter Paulskirche verliehenen „Internationalen Hochhaus Preis“. Seit 2006 leitet der Architekt und Architekturkritiker Peter Cachola Schmal das DAM. Er war bereits seit 2000 als Kurator am Museum tätig. 2007 betreute Schmal als Generalkommissar den deutschen Beitrag der Architekturbiennale in Sao Paulo. Darüber hinaus führte er den „DAM Preis für Architektur in Deutschland“ sowie den „DAM Architectural Book Award“ ein. Neben Rückblicken zu historischen Größen der Moderne wie Martin Elsaesser und Ernst May sowie Aufarbeitungen der Sammlung in „Das Architekturmodell“ oder „Mission: Postmodern“ bestimmen vermehrt internationale Kooperationen das Spektrum der Ausstellungen.

 

DIE ARCHITEKTUR DES HAUSES – Sinnbild der Postmoderne

Bei dem 1979—84 erfolgten Umbau einer Gründerzeitvilla am Mainufer zum Architekturmuseum ging es nicht nur darum, das bis dahin als Wohnhaus genutzte Gebäude den neuen funktionalen Anforderungen anzupassen, sondern das Thema Architektur selbst zu veranschaulichen. Für den Umbau wurde auf Vorschlag des DAM Gründungsdirektors Heinrich Klotz der Architekt Oswald Mathias Ungers beauftragt. Durch die Entkernung der Villa bis auf die Außenmauern eröffnete sich für Ungers die Möglichkeit, sein Konzept vom „Haus im Haus“ zu realisieren. Das eingestellte Haus wächst über vier Stützen auf einem quadratischen Grundriss von fünf mal fünf Metern empor, die das Zentrum des im Untergeschoss liegenden Auditoriums markieren. Dieser Vierstützentypus verdichtet sich in den darüber liegenden Geschossen mehr und mehr zur tatsächlichen Architektur. Aus den Stützen entstehen Wände mit Fenster- und Türöffnungen, im dritten Obergeschoss schließt das Haus dann mit einem Satteldach ab.

Das Museumsgebäude wird an den Grundstücksgrenzen von einer ringsum laufenden Mauer aus roten Sandsteinquadern eingefasst. Zur Straße öffnet sich das Haus mit einer Loggia. Die große Ausstellungshalle im Erdgeschoss, die einen Teil des ehemaligen Gartenareals der Villa einnimmt, umschließt in ihrer Mitte einen quadratischen Innenhof. Überspannt wird sie von einem flachen Tonnendach. Im gesamten Gebäude ist das quadratische Grundraster wiederzufinden — in den Intervallen der Pfeiler, im Fußbodenmuster, sogar in der Gestaltung der Stühle im Auditorium. Im ersten Obergeschoss des Museums — nun wieder innerhalb der historischen Villa — befindet sich ein weiterer Raum für Wechselausstellungen, der von Stützen in drei Schiff e geteilt wird. Seitlich der vier Pfeiler, die das „Haus im Haus“ tragen, wird der Blick des Besuchers über einen Luftraum nach oben gelenkt. Hier wird die Transformation des Vierstützentypus zum vollständigen Haus in den beiden folgenden Geschossen eindrucksvoll erkennbar. Durch fest eingebaute Modellpanoramen ist in der von Heinrich Klotz konzipierten Dauerausstellung im zweiten Obergeschoss ein ringsum laufender Gang durch die Architekturgeschichte entstanden. Unter dem großflächigen Oberlicht im Dachgeschoss der Villa befindet sich eine weitere Wechselausstellungsfläche mit dem vollständigen „Haus im Haus“ im Zentrum. Um den Kern des Gebäudes — mit Auditorium und Galerie im Erdgeschoss sowie den Ausstellungsfl ächen im ersten, zweiten und dritten Obergeschoss — legt sich eine weitere Raumschale. In diesem Bereich zwischen dem Einbau und der Außenwand des Altbaus sind neben Büroräumen die beiden Treppenhäuser und der Aufzug untergebracht. Jährlich kommen viele, vor allem internationale Besucher, nicht nur um die Ausstellungen zu besuchen, sondern auch um das Gebäude kennen zu lernen. Das DAM veranschaulicht in einzigartiger Weise das von Heinrich Klotz proklamierte, leitende Grundprinzip der postmodernen Architektur: Die Gestalt des Bauwerks verbindet sich bewusst mit einem Inhalt, der zum Erzählstoff wird.